“Das Internet der Zukunft” – Mobilität im Jahr 2030
Pünktlich morgens um 7:00 ertönt die sprachgesteuerte Lebensunterstützung: „Guten Morgen, Frau XY, Sie haben heute einen anstrengenden Tag vor sich: Heute steht die Besichtigung ihrer neuen Baustelle in Shanghai an. Wollen sie die aktuellen Nachrichten und die Wettervorhersage hören?“ „Nein danke.“
Frau XY steht auf und macht sich für den Tag fertig. Bevor sie sich allerdings auf ihre Reise begibt, loggt sie sich in das firmeninterne Arbeitsnetz ein, das auf der ganzen Welt verfügbar ist. In ihrem Posteingang findet sie eine Meldung, dass potenzielle Investoren aus Dubai und den USA bei der Besichtigung zugeschaltet sein werden.
Als nächstes fordert sie die Route zum Bahnhof an. Das Programm sucht aus den verschiedenen Nahverkehrsmitteln (Leihrad, Bahn, Leihauto) die schnellste und klimafreundlichste Verbindung basierend auf ihren persönlichen Vorlieben aus.
Nachdem sie die Verbindung auf ihr mobiles Anzeigegerät überspielt hat, schnappt sie sich ihre Aktentasche und läuft zur nächsten Fahrradleihstation. Nach kurzer Zeit hat sie ihr Fahrrad erreicht und begibt sich auf den Weg zum nächsten verfügbaren Elektroauto, das bei der Routensuche bereits auf ihren Namen reserviert wurde.
Nach kurzer Fahrt mit diesem erreicht sie einen Regionalbahnhof. Aufgrund der intelligenten Kommunikation der Züge untereinander ist eine sehr hohe Taktung möglich und Frau XY kann sich schon nach wenigen Minuten auf den Weg zum nächsten Hochgeschwindigkeitsbahnhof begeben. Sie braucht keine Fahrkarte zu lösen, da sie bei Betreten und Verlassen des Zuges automatisch registriert wird.
Angekommen beim Hochgeschwindigkeitsbahnhof, fährt sie mit dem Hochgeschwindigkeitszug zum einzig übrig gebliebenen Flughafen Europas; mit den immer höheren Zuggeschwindigkeiten hat sich der innereuropäische Flugverkehr als nicht rentabel erwiesen. Der Pariser Flughafen Charles de Gaulle hat sich daher zum Knotenpunkt des gesamten Interkontinentalverkehrs Europas entwickelt.
An den seltsamen Anblick der neuen Flugzeuge hat sie sich längst gewöhnt:
Die neuartigen, durch Bionik entwickelten Nurflügler erinnern an eine Kombination aus Plattfisch und Geodreieck; die Form wurde durch Ergebnisse in der Bionik entscheidend geprägt. Sie können auf ihrer gesamten Tragfläche Passagiere befördern und verbrauchen somit 25% weniger Treibstoff pro Fluggast als es Flugzeuge noch vor zwanzig Jahren taten; möglich wird dies auch durch neue kohle- und glasfaserbasierte Werkstoffe.
Das zwischenzeitlich sehr erfolgreiche Mittelstreckenflugzeug HyLiner ist durch die Konkurrenz auf der Schiene abgelöst worden.
Auf dem Flug nach China erhält Frau XY schon die ersten Berichte über die Baustelle und inspiziert die 3D-Simulation des Projektes.
Auf dem einzigen Flughafen Ostasiens, Peking, angekommen, begibt sie sich mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Shanghai. Dort erreicht sie nach kurzer Bahnfahrt und Benutzung eines Automobils die Baustelle.
Ihr örtlicher Ansprechpartner erwartet sie schon. Mittlerweile ist die Verständigung kein Problem mehr, da es kaum noch Menschen gibt, die kein Englisch sprechen. Kurz darauf erscheint noch ein Medienteam, das für die Übertragung der Besichtigung an die Geschäftspartner in Dubai und New York zuständig ist. Dieser Besuch ist Frau XYs erster Besuch der Baustelle – virtuell ist sie jeden zweiten Tag hier. Der Grund für die Anreise ist, dass räumliche Wirkung noch nicht perfekt übertragen werden kann und dass sie ihre Projektpartner persönlich kennenlernen wollte.
Nach dem Besuch der Baustelle macht sie sich mit einem Leihrad auf zum nächsten Hotel. Am nächsten Tag wird sie noch weitere Projektpartner kennenlernen. Nach dem Abendessen überlegt sie, ob sie sich in die Hotellounge setzen oder Tennis spielen soll. Sie entscheidet sich für Tennis. Durch die neuesten technischen Errungenschaften benötigt sie dazu nicht einmal mehr einen menschlichen Mitspieler. Dass Sport zusammen mit Robotern betrieben wird, ist mittlerweile ganz normal.
Da ihr Tag allerdings sehr anstrengend war, geht sie schon bald ins Bett.


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