„Gehören meine Daten mir?“ Eine kleine Frage, die zum Thema Datenschutz im Internet führen sollte
Stichpunkte, die als erstes einfallen, wenn man über das Thema Datenschutz im Internet nachdenkt:
- Sicherheit
- Privatsphäre
- Schutz
- Geheimnis
- Unwissenheit / Rechtslage
- Transparenz
- Desintresse am Datenschutz /Unbewusst
- Persönlichkeitsschutz
- Verantwortung
Diese einzelnen Wörter sollten als Orientierung dienen, wie weitläufig die Diskussion ist und damit man nicht zu weit ausufert, forderte die Moderatorin dazu auf, sich zu fragen, welche Daten man geschützt haben möchte.
Überall erreichbar ist nicht gleich, dass das auch jeder darf.
Ein Teilnehmer möchte nicht so gerne, dass seine Handynummer öffentlich (über Google) schnell auffindbar ist, weil das dazu führt, dass er auch Anrufe entgegen nimmt für die er keine Zeit hat und die außerhalb seiner Arbeit für den Verein stehen. Er möchte kontrollieren, wer seine Nummer hat.
Privatleben vs. Berufsleben in Social Communitys
Die Gruppe bestand aus vielen Leuten, die im medialen Bereich tätig sind und das Internet auch dazu nutzen, um mit Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben. Leider hat das auch zur Folge, dass sich das Privat- und Berufsleben vermischen. Eine Teilnehmerin weiß nicht genau was sie mit Kontaktanfragen auf Facebook anfangen soll, die beruflicher Natur sind, weil sie auf Facebook eigentlich nur mit ihren Freunden kommunizieren will und nicht mit beruflichen Kontakten. Auf der anderen Seite kann man ja nicht einfach so die Kontaktanfrage verneinen und somit vielleicht den Berufspartner büskieren.
Daten für Polizei und Krankenhäuser
Ein Teilnehmer berichtete von seinen Erfahrungen als Zivildienstleistender in einer Klinik, in der die Mitarbeiter sehr einfachen Zugriff auf die Krankenakten der Patienten hatten. Eine Datenschutzerklärung hat niemand unterschrieben gehabt. Der Zugriff wurde auch von Mitarbeitern dafür missbraucht, dass man einfach mal schaut, was der Nachbar so für Krankheiten hat oder Eltern von Mitschülern der eigenen Kinder. Der Umgang mit sehr privaten Daten in den Krankenhäusern ist zu leichtfertig.
Ein anderer Diskutant überlegte auch, auf was für Daten die Polizei Zugang hat und wie die genutzt werden. Denn ein großes Problem bei der Masse von Daten ist, dass sie aus dem Zusammenhang genommen werden kann. Nur weil ich mich in der gleichen Telefonnetzwabe befunden habe, in der kurz zuvor ein Verbrechen geschah, bin ich aber nicht automatisch verdächtig.
Welcher Handlungsbedarf besteht Eurer Meinung nach?
Der erste Handlungsbedarf besteht in dem Schaffen eines Bewusstseins über Datenschutz. Nicht alle Daten sind jeder Person gleich wichtig. Der eine gibt seine Handynummer überall an und jemand anderes will sie nur für Freunde habe und an der Stelle sollte auch der Datenschutz des einzelnen respektiert werden. Daten dürfen nicht genutzt werden, nur weil man sie per intensiver Suche bei Google gefunden hat.
Zudem sollte man sich aber auch von dem Gedanken verabschieden, dass Daten pauschal geschützt werden können. Wenn sie digitalisiert sind, dann sind sie für irgendjemanden auch zugänglich. Es muss also mehr über ein Datenbewegungsschutz nachgedacht werden, also wie kann man sich schützen, wenn Daten an Dritte weitergegeben oder für Dritte einsehbar sind?
Wer sollte handeln?
Es gibt zwei Seiten, die in erster Linie handeln müssen: die, die Daten besitzen (also jeder) sollte sich bewusst machen, was auch für negative Folgen die Freigabe der Daten hat (z.B. Payback). Auf der anderen Seite muss die Verantwortung von denen steigen, die auf Daten Zugriff haben oder besitzen, dazu gehören auch Institutionen wie Krankenhäuser, Polizei oder auch Vereine, die Datenbanken von Teilnehmern haben und auch Privatpersonen, die zum Beispiel ihr Telefonbuch über einen Onlineanbieter abgleichen.
Auf politischer Ebene sollte eher über einen realistischeren Verbraucher- und Datenschutz diskutiert werden, als einfach nur sich bei Facebook abzumelden.